libracore AG - Abos und Lizenzen: der stille Geldkiller

May 26, 2026

Lizenzkosten belasten Unternehmen zunehmend und treiben IT-Budgets hoch.


Immer mehr Dienste laufen über Abos – im privaten wie geschäftlichen Umfeld. Was günstig wirkt, kann schnell zur Kostenfalle werden. Viele Unternehmen leiden unter den immer weiter steigenden Lizenzgebühren.

Zunehmende Abo-Abhängigkeit vieler Unternehmen und Privathaushalte

Ob Musik, Serien, online Speicher, Fitness-Apps, Coaching-Abos etc. - heute wird fast alles in Abo- oder Lizenzlösungen bezogen. Was sich aus psychologischer Sicht schnell mal «günstig» anfühlt, kann leicht zu einer Kostenfalle werden. Die Beispiele sind zahlreich: Spotify, ChatGPT Pro, Microsoft 365, Google One – um nur einige zu nennen.

Die Zahlen sprechen für sich: Gemäss Comparis geben Schweizerinnen und Schweizer im Durchschnitt 109 Franken pro Monat für digitale Abonnements aus – hochgerechnet über 1300 Franken im Jahr. Was einst aus dem Wunsch nach Bequemlichkeit und tiefen Kosten entstanden ist, hat sich längst als fester Bestandteil des Alltags etabliert.

User verschätzen sich um bis zu 218%

Amerika: Laut einer Studie von C+R Research liegt die durchschnittliche Schätzung der Verbraucher selbst bei $ 86.- pro Monat für Abos. Die tatsächlichen Kosten liegen allerdings bei $ 219.- gemäss C+R Research oder sogar $ 273.- pro Verbraucher und Monat gemäss West Monroe.

Unternehmen unter hohem Kostendruck

Viele der grossen Player im Corporate Software Bereich haben ihre Preise über die letzten 2 Jahre massiv erhöht. Unterschiedliche Quellen der IT-Branche liefern folgende Zahlen: Angeblich hat IBM die Preise in den letzten 3 Jahren um 50.8% erhöht. Auch Microsoft soll 2025 die Abokosten für Cloud-Dienste wie Microsoft 365, Teams und Azure um 40% erhöht haben. VMware steigerte die Preise gemäss unterschiedlicher Quellen um rund 1000%, Docker um 67%, Pipedrive CRM um 17% und Oracle um 8%. BORNCITY berichtete am 25.05.2026 mit dem Titel «Microsoft 365 ab Juli: Preise steigen um bis zu 33 Prozent».

Lizenz- und Abokosten zählen heute zu den grössten IT-Ausgabenposten von Unternehmen und machen häufig 20–30 % des gesamten IT-Budgets aus – Tendenz steigend.

In der Schweiz werden jährlich grob geschätzt zwischen 7 und 8 Milliarden Franken für Lizenzen und SaaS investiert. Gemäss einem internationalen Benchmark gelten 10-30% der Lizenzkosten als verschwendet.

Proprietäre Lösungen vs. Open Source

Open Source Lösungen konnten sich in den letzten Jahren grundsätzlich gut positionieren. Dennoch sind viele User und Unternehmen misstrauisch, wenn es um den Einsatz solcher Lösungen geht. Erstaunlich, wenn man bedenkt, dass Linux beispielsweise das erfolgreichste Betriebssystem für Server, Mozilla ein sehr gern genutzter Browser und Wordpress in der Erstellung von Webseiten unverzichtbar geworden ist. Forschende der Universitäten Harvard und Toronto haben 2024 ausgerechnet, dass Unternehmen und Behörden weltweit rund $ 8800 Milliarden ausgeben müssten, wenn sie die genutzte Open Source Lösungen kaufen oder selbst entwickeln würden.

Trotz dieser Tatsachen kämpft Open Source noch mit dem Ruf. Die häufig genannten Gründe für eine proprietäre Lösung sind: Professioneller Support, regelmässige Updates & Patches (Sicherheit), geringerer Aufwand, rechtliche Absicherung. Auf diese Punkte und weitere möchten wir in diesem Artikel eingehen.

Kosten

Bei Open Source Lösungen fallen Lizenzgebühren komplett weg. Bei proprietären Lösungen erwarten Sie manchmal unkontrollierbare Preiserhöhungen. Der initiale Aufwand ist in etwa gleich hoch – bedarf bei Open Source häufig mehr technisches Know-how oder kann alternativ durch Zukauf von Dienstleistungen ergänzt werden.

Sicherheit

Sicherheitslücken können bei Open Source Produkten öffentlich identifiziert und adressiert werden und Patches sind im Normalfall schnell verfügbar. Bei proprietärer Software erhalten wir garantierte Update-Zyklen von dedizierten Sicherheitsteams. Der Quellcode ist nicht öffentlich überprüfbar.

Flexibilität

Der Nutzer von Open Source hat freie Wahl bei Hosting, Anpassung und Betrieb. Dies erfordert jedoch technisches Know-how im eigenen Unternehmen. Bei proprietärer Software erhalten sie eine stabile, ausgereifte Lösungen für Standardprozesse. Anpassungen sind jedoch nur im Rahmen des Anbieters möglich und kostspielig.

Entwicklung

Durch die grosse Community erhalten Open Source Lösungen kontinuierliche Innovation durch viele Entwickler. Bei proprietären Lösungen erwartet Sie eine klare Roadmap. Die Entwicklung folgt jedoch den Geschäftsinteressen des Anbieters, nicht unbedingt den Kundenbedürfnissen.

Datensouveränität

Bei Open Source haben Sie die vollständige Kontrolle über ihre eigene Daten und den Hosting-Ort. Eigenverantwortliches Hosting erfordert wiederum die entsprechenden Ressourcen. Das Managed Hosting von bezahlter Software erfordert zwar kein eigener Serveraufwand, dafür jedoch hohe Lizenzgebühren. Zudem werden die Daten oft auf Anbieterservern im Ausland gehostet.

Transparenz

Bei Open Source ist der Quellcode vollständig einsehbarer, was jedoch technisches Know-how erfordert. Bei proprietären Lösungen finden sich hierfür klare Dokumentationen, dafür kein Einblick in den Code.

Anpassbarkeit

Open Source bietet hohe Individualisierungsmöglichkeiten und macht massgeschneiderte Lösungen möglich. Bei komplexen Anpassungen kann der Entwicklungsaufwand jedoch hoch werden. Die Implementierung von proprietären Standardlösungen geht normalerweise schnell. Anpassungen sind jedoch deutlich eingeschränkt oder sehr teuer.

Lock in

Wo kein Vendor, da kein Lock in. Der Wechsel ist jederzeit möglich, die Datenformate offen. Proprietäre Datenformate erschweren eine Migration und erhöhen die Kosten bei einem Wechsel möglicherweise deutlich.

Abhängigkeit

Bei Open Source ist der User frei von Bindung. Doch bei spezialisierten Projekten oder zu wenig technischem Know how ist die Abhängigkeit von einem Supportpartner oder der Community gegeben. Wo bei einer proprietären Lösung der Ansprechpartner eine klare Verlässlichkeit hat, ist der Nutzer auch technisch und rechtlich entsprechend abhängig vom Hersteller.

Rechtliche Absicherung

Fast alle OS-Lizenzen schliessen Haftung explizit aus und grundsätzlich besteht kein Anspruch auf Updates und Sicherheitsfixes. Dafür ist genau abgebildet, was der User darf und was nicht und es besteht keine Abhängigkeit vom Vendor. Bei Proprietären Lösungen gibt es eine Haftung, deren Umfang konkret vom jeweiligen Vertrag abhängt.

Support

Bei Open Source hast Du Zugriff auf eine weltweite und riesige Community. Des Weiteren offerieren spezialisierte IT-Firmen kostenpflichtigen Support. Bei proprietären Lösungen ist der Support, je nach Lizenzmodell, vertraglich mit klaren Reaktionszeiten und Eskalationsstufen geregelt.

Die Open Source Community wertet die Vorteile

In einem Swiss ICT Bericht von 2024 werden folgende Prioritäten gelistet: 83.3% der Nutzer nennen die Unterstützung offener Standards und die damit einhergehende Interoperabilitäties als den wichtigsten Grund für den Einsatz von Open Source. An zweiter Stelle (82.8 %) wird die grosse Auswahl an Komponenten und Tools sowie deren hohen Verbreitung genannt. Der internationale Austausch und die «Weisheit von vielen» wird in der Community als 3. wichtigster Punkt mit 82.1% beschrieben. Die Reduktion von Abhängigkeiten, also weniger Vendor Lock-In, werden mit 76.4% von den Usern als wichtig eingestuft.
Zum Bericht der Swiss ICT

Von beiden das Beste?

Wo Bedarf ist, entstehen Lösungen. So auch in der Welt des Open Source. Hier haben sich IT-Firmen auf die Implementation und den Support von Open Source Lösungen spezialisiert. Und damit schlagen Sie zwei Fliegen mit einer Klappe:

  • Initialkosten meistens gleichwertig wie bei einer proprietären Lösungen
  • keine klassischen Lizenz-/Abogebühren
  • Managed Services/Hosting gleich teuer oder günstiger
  • verlässlicher Ansprechpartner und Support
  • flexible, auf Sie anpassbare Lösungen
  • robuste, sichere Lösung
  • Datensouveränität

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